Themenabend: "Wie geht Entscheiden?"

Ein „Werkzeugkasten“ für gute Entscheidungen

Frankfurter Jesuitenpater Clemens Blattert spricht mit KHG über das Entscheiden
Thema getroffen. Das zeigten am Mittwochabend, 16. Mai, ein mit jungen Leuten voll besetzter Hörsaal und der intensive Austausch über die Frage, wie Entscheiden eigentlich richtig geht. Referent des Abends war der Jesuitenpater und erfahrene geistliche Begleiter Clemens Blattert SJ aus Frankfurt am Main, den die Katholische Hochschulgemeinde Paderborn (KHG) nach der gemeinsamen Messfeier in der Universitäts- und Marktkirche zu dem Themenabend „Wie geht Entscheiden?“ in die Theologische Fakultät Paderborn eingeladen hatte.
„Was ich nicht im Angebot habe, ist ein Rezept, mit dem man alle Entscheidungen des Lebens perfekt lösen könnte“, gab der 40-jährige Jesuit gleich zu Beginn des Abends zu. Doch viel Zeit, enttäuscht zu sein, blieb den Anwesenden allerdings nicht, denn der Ordensmann präsentierte dann doch anhand vieler Beispiele aus dem Leben gepaart mit Auszügen ignatianischer Spiritualität einige alltagstaugliche „Werkszeuge“ als mögliche Hilfen für gute Entscheidungen.
Sich im Leben zu entscheiden und entscheidungsfreudig zu bleiben, sei für ein erfülltes Leben enorm wichtig, erklärte der Leiter der „Zukunftswerkstatt“ der Jesuiten in Frankfurt am Main, die junge Entscheidungssucher zwischen 18 und 30 Jahren begleitet. Fehlende Entscheidungen verhinderten nämlich neue Aufbrüche. „Warum hilft es, sich zu entscheiden? Weil ich mich wieder verhalten kann, weil dann eine Aufmerksamkeit dafür wächst, was mich trägt und erfüllt.“
Natürlich wisse auch er, dass Entscheiden nicht einfach ist. „Wenn ich ehrlich bin, weiß ich schon beim Halten einer Speisekarte in einer Pizzeria, wie schwer es ist, eine Wahl zu treffen. Und wir reden dann noch nicht von der Schwierigkeit, sich für einen Lebensentwurf, zu einem Studium oder für einen Partner zu entscheiden.“ Aber es führe kein Weg daran vorbei: „Sich zu entscheiden, ist das Alltags- und ein Lebensthema. Sogar wenn wir uns nicht entscheiden, ist das eine Entscheidung“, so der Seelsorger.
Warum das so prägend für uns Menschen ist, habe „mit unserem innersten Kern als Person“ zu tun, „mit unserer Freiheit und unserer Verantwortung“, sagte Patert Blattert. Ihn berühre dieses Entscheidungsthema, weil es so viel mit dem eigenen Lebenswunsch zu tun habe: „Ich möchte leben und nicht gelebt werden. Ich möchte aktiv mein Leben gestalten, in die Hand nehmen. Ich möchte selbstbestimmt leben, nicht fremdbestimmt.“ Gleichzeitig sei es ein interessantes Thema, weil „wir spüren, dass wir eben nicht alles in der Hand haben, dass wir selber so frei gar nicht bin, innerlich wie äußerlich, dass wir teilweise Angst, innere Widerstände haben, ja sogar Entscheidungen vermeiden“.
Um sich überhaupt gut entscheiden zu können, braucht es aus seiner Sicht eine ganze Menge: Es brauche klare Argumente, Mut und Offenheit, seine Ängste wahrzunehmen, aber dann auch wieder sein persönliches Fundament in den Blick zu nehmen. Außerdem müsse einem sein persönliches Ziel klar sein. „So können sich Dinge ordnen, dass sich eine Klarheit im Herzen einstellt und ich erkenne: jetzt kann ich mich entscheiden.“
Brauchbare Hilfsmittel bei der Suche nach einer Entscheidung stelle der heilige Ignatius von Loyola, Ordensvater der Jesuiten, bereit, eine Art „Werkzeugkasten“. Zwar müsse man damit auch erst einmal etwas hantieren und ausprobieren. „Man hat vielleicht nicht immer gleich das Richtige zur Hand.“ Aber jeder Versuch lohne sich, weil sich das richtige Werkzeug sicher finden ließe.
„Das Grundwerkzeug ist die Unterscheidung der Geister“, erklärte Pater Blattert. Dabei gehe es darum, „die inneren Gaukler, die uns vorgaukeln, dass da mordsmäßig Leben drinsteckt“ zu enttarnen und den „guten Geist“ zu erspüren, der uns den Weg zeigt, wo echtes Leben drinsteckt“. Das könne man im Alltag leicht einüben und mit der Zeit „eine Nase dafür zu bekommen, welche Spur zu mehr Leben führt und welche mich eben nicht zu mehr Leben führt.“
Zu erkennen sei „der ungute Geist, dieser Gaukler“, oft an innerem oder äußerem Druck: „Wenn das Herz Enge bekommt, dann entsteht sowas wie Panik und die ist kein guter Berater“, berichtete der Jesuit aus eigener Erfahrung. „Dann bist Du nicht wirklich fähig, gute Entscheidungen zu treffen. Ignatius sagt, da braucht es viel Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis, dass wir diese Gaukler in uns und um uns herum kennenlernen, die verhindern, dass sich Leben entfaltet, wir zu uns kommen, Leben gelingt.“
Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis brauche es auch für das Kennenlernen und Wahrnehmen der „guten Geister“, „die Mutmacher, die Nüchternheit im Sturm oder Zuspruch“. Letztendlich gehe es um „das Heraushören, was Gott für mich will“. Für Pater Blattert bedeute die Unterscheidung der Geister im Grunde genau das, was im Vaterunser mit „dein Wille geschehe“ gemeint sei. „Gottes Wille ist ein Lebenswille für uns Menschen“, erklärte der Theologe.
Um die unterschiedlichen Geister gut voneinander unterscheiden zu können, sei ein weiteres ignatianisches „Werkzeug“ wichtig, die Stille. Sie bringe den nötigen „Freiraum, damit das, was mich beschäftigt, Raum bekommt.“ Darum laute seine Empfehlung, sich einfach mal Zeit für sich selbst zu gönnen. „Es braucht eine stille Zeit, damit ich selber zu mir komme, zu dem, was ich will und was ich nicht will. Da werden mir Dinge klar, da darf mal alles Durcheinander auf den Tisch“, so Pater Blattert.
Aufmerksam machte Pater Blattert dann auch auf die Bedeutung von Exerzitien, die in der ignatianischen Spiritualität eine zentrale Rolle spielen. „Das ist eine Zeit von einigen Tagen im Jahr, wo es ganz still ist. Da wird nichts erreicht und nichts gemacht.“ In dieser Zeit, die man sich bewusst nehmen solle, sei dann Raum für Stille, Gebet, Schriftbetrachtung und begleitendes Gespräch. Das diene der Entscheidungsfindung und tue auch sonst einfach gut. „Das ist so ein richtiger Boxenstopp. Das ist ein Aufatmen, ein Erfrischen. Danach gehe ich wieder ganz anders in den Alltag.“

(Text und Bild: Benjamin Krysmann, Theol. Fakultät)

Kar-und Ostertage in der KHG

Die Kar- und Ostertage: Der Höhepunkt für uns Christen.
Aber was bedeutet es konkret für mich? Wie kann ich den Leidensweg Jesu und seine Auferstehung verstehen und glauben?

Wir haben die Kar- und Ostertage gemeinsam gefeiert: mit Impulsen, Gesprächen, einer bewussten Auseinandersetzung und dem gemeinsamen Besuch der Liturgie.

Gründonnerstag:

  • 18:30 Uhr: gemeinsames Essen in der KHG
  • 20:00 Uhr: Feier der Messe
  • ab ca. 21:15 Uhr: Aktion vorm und im Dom (Wachen und Beten)

Karfreitag:

  • 10:00 Uhr: Kreuzweg durch die Stadt (Treffpunkt am Bahnhof, Busticket mitnehmen!)
  • anschl. gemeinsames Fastenessen in der KHG
  • 15:00 Uhr: gemeinsamer Besuch der Karfreitagsliturgie in der Marktkirche

Karsamstag:

  • 18:00 Uhr: "Abendbrot" in der KHG und Impulse zum "stillen Tag": Grabesruhe, die Stille aushalten, innerliche Vorbereitung auf das Osterfest
  • 21:00 Uhr: gemeinsamer Besuch der Osternacht im Dom.

Valentins-Gottesdienst

Paderborn, 14. Februar 2018. Im Alltag kann die Zweisamkeit mit dem Partner schnell zu kurz kommen. Einen Abend, der sich nur um die Liebe dreht und Paaren die Gelegenheit gegeben hat, sich einmal nur auf die eigene Beziehung zu besinnen, fand gestern Abend in und vor der Paderborner Marktkirche statt. Die Katholische Hochschulgemeinde Paderborn (KHG) hat in Kooperation mit dem Mentorat für Theologiestudierende und der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) Paderborn am Vorabend des Valentinstages einen Segnungsgottesdienst angeboten – über 50 Paare haben sich dabei den Segen Gottes für ihre Beziehung geben lassen.

„In unserer Beziehung hat der Glaube eine viel tiefere Bedeutung als wir eigentlich dachten. Das Vertrauen, das wir uns entgegen bringen, ziehen wir aus Gott, wir ziehen das gegenseitige Vertrauen aus unserem Glauben, was uns in schwierigen Situationen schon oft Hoffnung gegeben hat“, erzählte ein älteres Ehepaar, das bereits seit 43 Jahren glücklich verheiratet ist. Die Predigt ersetzten zwei Statements von Paaren, die sich an ganz unterschiedlichen Punkten im Leben befinden. Neben dem älteren Ehepaar berichtete auch ein Studenten-Paar, deren Beziehung nach eineinhalb Jahren noch sehr frisch ist, aus ihrem Leben und davon, was ihre Beziehung so besonders macht. „Wir haben uns in unserem Alltag ganz bewusst kleine Rituale eingebaut, die nur uns gehören. Wir versuchen beispielsweise jeden Tag, eine Mahlzeit zusammen zu essen und immer gemeinsam Zähne zu putzen. Damit warten wir auch solange, bis wir beide Zuhause sind, auch, wenn einer von uns abends erst spät nach Hause kommt“, erzählten die zwei.

Neben dem Segnungsgottesdienst hatten die Paare ebenso die Möglichkeit, eine Kerze für ihre Beziehung anzuzünden, ein Erinnerungsfoto in einer Foto-Box zu machen oder sich bei Live-Musik einfach eine entspannte Zeit zu zweit zu machen.

 

www.erzbistum-paderborn.de/38-Nachrichten/22662,Liebe-braucht-Segen.html

weitere Fotos

Wertvoll.Mensch

Dem Kirchenraum ein Gesicht geben
Fotoprojekt in der Marktkirche

In der Adventszeit bereiten wir uns innerlich auf Weihnachten vor - darauf, dass Gott Mensch wird. Unglaublich!
Deswegen haben wir in dieser Zeit den Menschen in den Mittelpunkt stellen und uns gefragt: Welche Menschen spielen in unserem Leben eine Rolle? Wer ist unser persönlicher "Wertvoll.Mensch"?
Wir haben dazu eingeladen, ein Porträtfoto von diesem Menschen einzureichen, der Ihnen besonders am Herzen liegt, den Sie gerne haben, der für Sie einen Wert hat. Mit all den Porträts haben wir so eine Foto-Menschenkette zwischen den Säulen der Marktkirche gebildet und dem Raum der gesamten Adventszeit über ein Gesicht gegeben. Durch das Aufzeigen aller Facetten des menschlichen Lebens konnten wir uns so auf DEN Wertvoll.Mensch vorbereiten.

Worship-Gottesdienst

Eindrücke unserer 1. Soultime-Aktion

Unser Worship Gottesdienst mit der Band EVERLASTING war ein voller Erfolg! Eine tolle Atmosphäre, super Stimmung, Lobpreis, Gesang und Gebet lassen uns den Abend mit vielen Ohrwürmern und Gänsehautmomenten durch die nächste Zeit tragen. DANKE! :-)

Fotos findet Ihr hier.

Semestereröffnung WiSe 17/18

Ökumenischer Gottesdienst für die Paderborner Hochschulen im Dom
Das neue Semester unter den Segen Gottes stellen

Unter dem Motto „3,2,1 … Deins! Das höchste Gebot“ luden am vergangenen Mittwoch, den 18.10.,  die Katholische Hochschulgemeinde (KHG), die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) und der Ökumenische Fachschaftsrat Theologie der Universität Paderborn zum gemeinsamen ökumenischen Semestereröffnungsgottesdienst in den Paderborner Dom ein. Viele Studierende der drei Paderborner Hochschulen, aber auch Dozenten, Wissenschaftliche Mitarbeiter, Hochschulangehörige sowie Bürgermeister Dreier und weitere Gäste aus der Stadt füllten das Kirchenhaus, das für den Anlass besonders ausgeleuchtet wurde und zu einer außergewöhnlichen Atmosphäre führte.
Der Gottesdienst, dem die beiden Studierendenpfarrer der KHG und ESG vorstanden, beeindruckte durch einen spannenden schauspielerischen Beitrag des Impro-Theaters (Improsant) Paderborn und berührende Musik von Studierenden und dem Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning. Ein besonderes Highlight war natürlich die Predigt des ehemaligen Justizministers aus Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Gerhard Robbers, der die Stelle aus dem Markusevangelium (Mk 12, 28-34) nach der Frage des wichtigsten Gebotes studentengerecht auslegte und die Bedeutung des Christseins in der Welt hervorhebte.
Nach dem Gottesdienst folgten die zahlreichen Gäste der Einladung ins Forum St. Liborius, um bei einem Glas Sekt, einer leckeren Suppe und guter (Tanz-)musik auf das neue Semester anzustoßen und den Abend mit einer ausgelassenen Stimmung ausklingen zu lassen.