KHG hat Valerie getroffen!

KHG trifft Valerie

Projekt "Valerie und der Priester"

Valerie Schönian ist eine junge Journalistin, feministisch und kirchenfern - so beschreibt sie sich selbst. Sie begleitet ein Jahr lang den Priester Franziskus von Boeselager. Ihre Frage: Warum bist du Priester? In ihrer Lebenswelt unverständlich. In unserer gehört es dazu.
Valerie und Studierende aus der KHG Paderborn begegnen sich - und damit auch zwei unterschiedliche Realitäten, verschiedene Ansichten, Empfindungen und Worte über den Glauben - und doch sind auf beiden Seiten ähnliche Fragen.

Wir sind nur eine kleine Gruppe aus der KHG Paderborn, die sich auf den Weg nach Münster macht, um Valerie zu treffen. Die große Anzahl an Fragen ist dennoch da. Auf der Zugfahrt bleibt genügend Zeit, um sich darüber auszutauschen: "Gibt es wohl etwas, was sie total beeindruckend von Kirche fand? / Hat sich ihre Einstellung geändert? / Hat sie Tipps und Vorschläge für uns, was wir besser machen können, um wieder mehr Menschen zu erreichen? / Von wem wird sie eigentlich bezahlt? Von der Kirche?" usw... 

In Münster angekommen, treffen wir uns mit ihr und sind dabei alle etwas nervös. Schließlich ist sie ja doch schon fast ein bisschen eine berühmte Person (zumindest in kirchlichen Kreisen) und wir fühlen uns geehrt, dass sie sich auch für uns Zeit nimmt. Valerie begegnet uns sehr aufgeschlossen und sympathisch und berichtet zunächst sehr ehrlich über die Idee des Projektes und über ihre Eindrücke und Erfahrungen nach einem halben Jahr. Ihr ist die Kirche schlichtweg egal. Über die Missbrauchsskandale oder die ständige Kritik über Tebartz-van Elst hat sie sich nicht aufgeregt, sie wollte einfach nicht mehr von den Zeitungen genervt werden. Irgendwie trifft uns das. Hat uns das schon einmal jemand so deutlich gesagt? Mit den Menschen, die etwas gegen die Kirche äußern, die mit ihren Ansichten nicht einverstanden sind, können wir diskutieren, unsere Meinung und Position verdeutlichen, für die Kirche einstehen. Aber wenn es Menschen absolut egal ist, wer wir sind und was wir machen, dann erreichen wir sie nicht. Wir nerven sie höchstens.

Mit dem Projekt lernt Valerie die Kirche und auch die Menschen in ihr erst richtig kennen. Und es gibt so viele Gespräche und Erfahrungen, die sie beeindrucken. Sie findet es faszinierend und schön zu erleben, dass Menschen so einen starken Glauben haben. Sie berichtet von einer alten Frau, der von Franziskus die Krankenkommunion gereicht wird und die sich so sehr darüber freut, dass sie zu weinen beginnt - Valerie ist sichtlich gerührt. Und wir merken: So egal ist ihr die Kirche nicht mehr.

Aber für uns bleibt die Frage: Wie können wir Menschen begegnen, die mit der Kirche nichts zu tun haben wollen - und zwar nicht aus Protest, sondern aus Desinteresse? Valerie stellt uns auf unsere Frage eine Gegenfrage und erklärt: "Wenn ihr sowas wie Nightfever macht z.B. ist das schön. Aber mal ehrlich, wenn man Kerzen anmacht in einer schön beleuchteten Kirche, tolle Musik laufen lässt ... - da kann man doch nichts falsch machen. Ich glaube, ihr müsst euch fragen: Was wollen wir eigentlich? Was ist unser Ziel?" - Gute Frage!


Valerie und der Priester ist ein Projekt des Zentrums für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz ( siehe auch: www.valerieundderpriester.de)